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Autor Thema: Lange Totenwache  (Gelesen 425 mal)

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TPF-Dragonlord

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Lange Totenwache
« am: 20. Dezember 2011, 10:37:07 »

Vor einiger Zeit las ich, daß im Mittelalter in einigen Nonnenklöstern der Brauch herrschte, sehr lange Totenwache zu halten. Das soll so abgelaufen sein, daß neue Nonnen sich bei der Totenwache einer verstorbenen Schwester solange ablösen mussten, bis diese verwest war um die Vergänglichkeit des Körpers veranschaulicht zu bekommen. Leider kann ich den Artikel, der von diesem unheimlichen und unhygienischen Brauch berichtet nicht mehr finden. Hat jemand Informationen?
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TPF-Maddi

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Re: Lange Totenwache
« Antwort #1 am: 20. Dezember 2011, 12:07:47 »

 ;) Hy Dragon.
Finde ich mal wieder ein interessanter Beitrag.
Es ist ja so dasss insbesondere in unserer Zeit der Abschied von Verstorbenen zu einem "McDonalds" Verfahren verkommen ist.
Hauptsache weg mit dem Toten.
Dabei vergessen viele dass der ordentliche Abschied vom Verstorbenen nicht nur eine Respektsache ist sondern auch wichtige ist für die Verarbeitung von Trauer.
Ich erinnere mich noch als meine Oma mir einst erzählte dass zu ihrer Zeit es üblich war den Verstorbenen 3 Tage zu Hause aufzubahren .
Ich finde das OK. Die Familienmitglieder hätten sich dann ihre Zeit genommen den Abschied zu verarbeiten.
Erst Hollywood und Co haben uns schon als Kinder eingebläut dass der Untote seine Augen öffnen könnte und zurückkommen würde.  :-[
Aber im Ernst, sowas als Kind zu sehen im Kino und Fernsehen , lässt in der Psyche kleine Spuren. Wir empfinden den Toten dann als "unheimlich" ja er könnte sogar
merkwürdig riechen etc...
Alles Quatsch.

lG
Maddi
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Reenmeister

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Re: Lange Totenwache
« Antwort #2 am: 20. Dezember 2011, 12:30:21 »

Ah meine Lieblingsdiskussionspartnerin  ;D

Es ist ja so dasss insbesondere in unserer Zeit der Abschied von Verstorbenen zu einem "McDonalds" Verfahren verkommen ist.
Hauptsache weg mit dem Toten.
Dabei vergessen viele dass der ordentliche Abschied vom Verstorbenen nicht nur eine Respektsache ist sondern auch wichtige ist für die Verarbeitung von Trauer.
Ich erinnere mich noch als meine Oma mir einst erzählte dass zu ihrer Zeit es üblich war den Verstorbenen 3 Tage zu Hause aufzubahren .
Ich finde das OK. Die Familienmitglieder hätten sich dann ihre Zeit genommen den Abschied zu verarbeiten.

Ich geb dir vollkommen recht, dass sich für Trauer und Verarbeitung meist zu wenig Zeit genommen wird. Das liegt aber wohl an dem gesellschaftlichen Stress-Sydrom, sprich man kann/will ja gar keine Zeit für sowas haben. Die Rechnung kommt dann ggf. mit der posttraumatischen Belastungsstörung.
Wie man sowas jedoch am besten verarbeitet, dass kann man nicht verallgemeinern. Also ich sag dir ganz ehrlich, wenn ich z.B. meine (Groß-)Eltern 3 Tage im Wohnzimmer liegen hätte, könnte ich weder vernünftig schlafen, noch würde mir das helfen, ganz im Gegenteil.
Meinen Großvater habe ich mir seiner Zeit nicht mal angesehen, als er beim Bestatter aufgebahrt war, da ich nicht dieses schreckliche Bild in Erinnerung behalten wollte, sondern das Bild von ihm zu Lebzeiten. Die Entscheidung bereue ich bis heute nicht.

ja er könnte sogar merkwürdig riechen etc...
Alles Quatsch.

Ist das so? Zellzersetzung ist das Stichwort, ein süßlich beißender Geruch. Es mag zwar Personen geben, die es nicht stört, oder sogar welche, die den Geruch als angenehm empfinden, andere wiederrum (und das ist die Mehrheit) empfinden es als merkwürdig/unangenehm.

@ Dragon: Zum Ritual selber weiß ich nichts spezielles, kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es praktziert wurde/wird. Die unterschiedlichen Religionen hatten/haben teils Rituale, über deren Sinn bzw. Unsinn sich durchaus streiten lässt  :-[
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TPF-Maddi

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Re: Lange Totenwache
« Antwort #3 am: 20. Dezember 2011, 12:39:10 »

 ;) Ahh mein attraktiver Kritiker.
Ich finde dass hast Du sehr gut erklärt mit dem Posttrauma.
Nur bei der Zellzerstzung bist Du etwas schnell.
Sicher würde ich den Verstorbenen nicht bei 35 Grad Hitze 3 Tage zu Hause haben.
Wenn wir von einer Temperatur von bis ca, 18 Grad ausgehen wird nach 48Stunden oder so noch kein "Leichengeruch" auftreten. ;)

Idealerweise trifft ein Todesfall im Winter ein. Da kann man der Thematik leicht entgehen.
Ein Taum der heruntergekühlt ist , durch Fensteröffnung.

Im Sommer ist es klar dass , wie gesagt bei 30 Grad aufwärts ich dies auch nicht täte.
Im Sommer kann man ohne Gerüche aber auch bei 30 Grad wenigstens 1 Tag und eine Nacht durchhalten. Aber auch das ist in unserer Zeit schon zu grusleig für die meisten Menschen.
Aber siehst , worums wieder geht? Um Gerüche anstatt der Trauer.  ;)
Ich habe es 2 Mal erlebt in meinem Leben. Keine Gerüche, nix.

Nur warum Du nicht vernünftig schlafen könntest wenn deine Oma im Wohnzimmer aufgebahrt wäre??? Was denkst Du warum?
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Reenmeister

  • Gast
Re: Lange Totenwache
« Antwort #4 am: 20. Dezember 2011, 12:49:48 »

Nur bei der Zellzerstzung bist Du etwas schnell.
Sicher würde ich den Verstorbenen nicht bei 35 Grad Hitze 3 Tage zu Hause haben.
Wenn wir von einer Temperatur von bis ca, 18 Grad ausgehen wird nach 48Stunden oder so noch kein "Leichengeruch" auftreten. ;)

Richtig, da spielt allerdings nicht nur die Temperatur eine Rolle, sondern auch noch Faktoren wie Luftfeuchte, Belüftung, usw.
Es hörte sich bei dir nur so an, als gäbe es einen solchen Geruch gar nicht erst, daher die Korrektur.

Nur warum Du nicht vernünftig schlafen könntest wenn deine Oma im Wohnzimmer aufgebahrt wäre??? Was denkst Du warum?

Ich bin zwar eigentlich nicht auf den Mund gefallen, aber hier bin ich nicht in der Lage das wirklich zu erklären. Ich weiß nur, dass es bei mir so wäre ;)
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